Spielberichte

FC Rot-Weiß Weilheim II dominiert beim SV Dillendorf – trotz halber Stunde in Unterzahl

Nachdem in der Vorwoche gegen die SG Bettmaringen/Mauchen die ersten drei Punkte ergattert worden waren, wollte Weilheims Zweite Mannschaft am vergangenen Sonntag an diese Leistung anknüpfen und auch beim SV Dillendorf punkten. Michael Oberst konnte in dieser Woche personell aus dem Vollen schöpfen und so begab man sich gut aufgestellt nach Dillendorf, wo der Herbst bereits deutlich Einzug hält. Trotz leichtem Nieselregen, der sich später zu einem kräftigen Schauer entwickeln sollte, fand die Partie auf dem Rasenplatz statt, der folglich an diesem Tag leiden musste. 

Das Spiel begann und Weilheims Zweite übernahm sofort das Ruder. Der Ball lief gut in den eigenen Reihen und als man ihn doch einmal verlor, wurde er durch bissiges Gegenpressing schnell zurückerobert. Auf dem nassen, flutschigen Rasenplatz war die Devise in der Offensive natürlich klar: schießen, schießen, schießen – aus allen Lagen. Und daran hielten sich die Weilheimer. Eine Chance nach der anderen erarbeiteten sie sich, doch der Ball fand seinen Weg (noch) nicht ins Dillendorfer Gehäuse. Nach einer halben Stunde kombinierten sich die Weilheimer durch die Reihen der Gastgeber bis in den Sechzehner, wo Moritz Stüber zu Fall gebracht wurde, der Ball rollte zu Felix Walde, der am starken Dillendorfer Schlussmann scheiterte. Die Weilheimer protestierten, hatte man doch ein Foul an Stüber gesehen und es kam zu einem kurzen Wortgefecht mit dem Unparteiischen, dem eine (später noch wichtige) gelbe Karte folgte. Die sofort danach erfolgende Ecke wurde von Oliver Maier getreten. Die Kugel flog in gefährlichem Winkel in den Fünfmeterraum, wo der eingelaufene Philipp Metzler den Ball per Kopf unhaltbar ins Tor beförderte. 0:1 (32. Minute). 

Jetzt durfte man nicht nachlassen, das war allen klar. Doch diese Gefahr bestand auch nicht. Die Dillendorfer ließen genügend Räume und man sah den Weilheimern die Spielfreude trotz des anhaltenden Sauwetters an. Man ließ den Ball gut laufen und Dillendorf kam zu keiner nennenswerten Chance – auch weil Yannik Flum im Weilheimer Kasten aufmerksam mitspielte. In der 39. Minute konnte man einen schönen Weilheimer Spielzug durch die Mitte des Spielfeldes genießen: Oliver Maier schickte Nils Antoni in den freien Raum, der spielte einen Doppelpass mit Fabian Hilpert, umdribbelte dann ein grätschendes Abwehrbein und schloss aus 16 Metern mit einem satten Schuss ab. Der Ball landete knapp neben dem linken Pfosten im Dillendorfer Tor und stellte die Zähler auf 0:2. 

Doch die Weilheimer hatten noch immer nicht genug und drückten weiter. Kurz vor der Halbzeit gelang ihnen sogar noch ein weiterer Treffer, der jedoch wegen eines Stürmerfouls nicht zählte. Somit blieb es beim Pausenstand von 0:2. 

Michael Oberst hatte nichts zu beanstanden in seiner Halbzeitansprache. Es machte Spaß von außen zuzuschauen, man hatte die Gastgeber im Sack. Für den zweiten Durchgang nahm man sich vor, den Sack zuzumachen, indem man schnell ein Tor nachlegen und für die Vorentscheidung sorgen wollte. 

Spielerisch änderte sich im Vergleich zur ersten Halbzeit genauso wenig wie sich des Wetter änderte. Weilheims Zweite blieb dominant. In der 62. Minute schlug Sascha Gampp einen sehenswerten Ball von der Abwehr bis an die Strafraumkante, wo er von Oliver Maier virtuos angenommen und dem Dillendorfer Keeper frech durch die Beine gespielt wurde. Die 0:3 Vorentscheidung wurde von der gesamten Mannschaft gefeiert. 

Doch nur eine Minute später gab es einen Rückschlag für die Gäste. Fabian Hilpert bekam für das Blockieren des Balls bei einem Freistoß des SV Dillendorf seine zweite gelbe – und damit gelb-rote – Karte. Nun war man nur noch zu zehnt und es war noch eine halbe Stunde zu spielen. Doch noch merkte man das dem Spiel nicht an. Weilheim hatte immer noch viele Spielanteile und musste nicht mauern. Sogar das 4:0 fiel, wurde jedoch wegen einer Abseitsposition nicht gewertet. Dann, gegen Schluss, bekamen die Dillendorfer doch noch Aufwind und drückten Weilheims Zweite in die eigene Hälfte. Jetzt bekam Yannik Flum im Weilheimer Kasten einiges zu tun. Und in der 80. Minute musste er sich doch noch geschlagen geben, als Fabian Schwenninger auf 1:3 verkürzte. Die Weilheimer waren jetzt fast nur noch mit der Verteidigung beschäftigt. Bälle wurden eins ums andere Mal lang nach vorne geschlagen, von wo sie von der Dillendorfer Hintermannschaft wieder zurück geschlagen wurden. Wenige Minuten vor Schluss war es dann nur Yannik Flum zu verdanken, dass die Führung unangetastet blieb, als er einen stramm geschossenen Freistoß der Gastgeber aus der unteren Torecke. 

So blieb es also bis zum Abpfiff beim verdienten Stand von 1:3 für Weilheims Zweite, die sich in der Tabelle mit nun sechs Punkten deutlich von den unteren Rängen abgesetzt hat. Am kommenden Samstag folgt dann endlich wieder ein Heimspiel (nach drei Auswärtsspielen in Folge), wenn es um 16 Uhr gegen den nächsten Gegner in Kragenweite geht: SV Berau. Es wird ein ansehnliches Spiel erwartet, auf das sich alle Fans freuen dürfen.

Ein Bericht von Nils Antoni

FC Rot-Weiß Weilheim II fährt ersten Sieg bei SG Bettmaringen/Mauchen ein – Notarzteinsatz unterbricht Partie

Nachdem der 9:0 Kantersieg beim SV Jestetten II in der Vorwoche wegen Unregelmäßigkeiten der Berechtigung eines Weilheimer Spielers (geänderte Stammspielerregel) annulliert wurde und die Punkte beim SV Jestetten II blieben, stand Weilheims Zweite vor dem vergangenen Spieltag mit null Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Es war höchste Zeit, sich den ersten Dreier zu sichern. Und diese Möglichkeit bot sich nun bei der SG Bettmaringen/Mauchen am vergangenen Sonntag, die bisher ebenfalls noch nicht gut in die Saison gestartet war – jedoch mit drei Punkten vor den Weilheimern stand. 

Bei bestem Fußballwetter fanden sich beide Mannschaften auf dem Bettmaringer Grün ein. Bei den Weilheimer Gästen fehlte urlaubsbedingt nahezu die gesamte Abwehrstammspielerschaft, weshalb Marius Götte, Marius Oberle, Jonas Kirchner und Gabriel Müller den Kader von Michael Obersts zweiter Mannschaft verstärkten. Ihre Spielberechtigung wurde im Vorfeld eingehend geprüft.

Die Weilheimer übernahmen vom Anpfiff an sofort das Ruder im Spiel. Sie hatten mehr Ballbesitz und ließen den Ball gut über den vergleichsweise kurzen Bettmaringer Platz laufen. Bereits nach zehn Minuten tauchte Nils Antoni nach einem schönen Spielzug der Weilheimer und einem durchgesteckten Ball alleine vor dem Tor der Gastgeber auf, scheiterte jedoch am Schlussmann der SG Bettmaringen/Mauchen. Die Heimmannschaft versuchte immer wieder das Mittelfeld des FC RW Weilheim II mit langen Bällen zu überspielen, die jedoch selten einen anderen Abnehmer als die Rot-Weiße Hintermannschaft fanden. In der 14. Minute erlief sich wieder Nils Antoni einen tiefen Ball im Sechzehner der SG Bettmaringen/Mauchen im Duell mit einem Abwehrspieler. Dieser versuchte den Ball zu klären, geriet dabei ins Straucheln und brachte Antoni zu Fall. Der Unparteiische pfiff sofort und zeigte auf den Punkt. Eine etwas strittige Entscheidung, die man aber so treffen kann. 

Gabriel Müller legte sich den Ball auf dem Punkt zurecht. Ein kurzer Anlauf, ein entschlossener Schuss und das Leder landete im linken oberen Torwinkel. Ein unhaltbarer Treffer zur verdienten 0:1 Führung. 

Jetzt ging es darum, nicht nachzulassen und die Gastgeber nicht zum Ausgleich kommen zu lassen. Und das gelang den Weilheimern. Weiterhin waren sie die bestimmende Kraft auf dem Platz. In der 26. Minute – man setzte gerade die Abwehr der SG Bettmaringen/Mauchen unter Druck – flog der Ball plötzlich Philipp Metzler vor die Füße, der eine steile Zuckerflanke genau in den Lauf von Nils Antoni spielte. Dieser war hinter die Abwehr gestartet und hatte nun alle Zeit der Welt, um abzuschließen. Er wählte die kurze Torwartecke, wo der Ball den Innenpfosten küsste und von dort ins Netz rollte. 0:2.

In der Folge ließ Weilheims Zweite etwas nach. Man schaffte es seltener im Mittelfeld zu kombinieren und die Gastgeber hatten mehr Ballbesitz, aus dem sie jedoch noch immer keine Torchance generieren konnten. So blieb es bis zu Halbzeitpfiff.

Michael Oberst hatte wenig zu beanstanden, als er seine Mannschaft am Spielfeldrand versammelte und man die schwitzenden Leiber mit Flüssigkeit füllte. „Vor allem nicht nachlassen“ war die Devise. Am besten schnell ein Tor nachlegen und so die Partie entscheiden. 

Also begann die zweite Hälfte. Die SG Bettmaringen/Mauchen gab natürlich Gas und drang auf den Anschlusstreffer. Doch auch wenn sie nun weiter in die Weilheimer Hälfte kamen als noch in der ersten Halbzeit, war meist bei der Abwehr um Marius Götte und Maximilian Hilpert, spätestens jedoch beim aufmerksamen Martin Villinger im Gästetor Schluss. Brenzlig wurde es quasi nie. 

Auf der anderen Seite spielte der FC RW Weilheim II teils in schönen Ansätzen Angriffe heraus, versäumte aber immer den letzten, tödlichen Pass und so kam man lediglich zu Halbchancen, die kaum gefährlich wurden. 

Nach 60 gespielten Minuten schlugen die Gastgeber wieder einmal einen langen Ball in Richtung Weilheimer Tor. Martin Villinger verließ seinen Sechzehner mit den Augen zum Ball. Marius Götte lief rückwärts in Richtung Tor – mit den Augen zum Ball. Beide wollten die Flanke per Kopf klären und rasselten dabei böse ineinander. Martin Villinger wurde nach kurzer Behandlung auf dem Spielfeld mit blutender Nase und schwirrendem Kopf ausgewechselt. Der alarmierte Notarzt war wenige Minuten später da und nahm ihn zur Sicherheit mit ins Krankenhaus. Marius Götte spielte die verbleibende halbe Stunde durch. Als es ihm nach dem Schlusspfiff jedoch immer noch nicht besser ging, rief man den Krankenwagen ein zweites Mal und auch Götte wurde ins Spital gebracht. Der gesamte Verein wünscht seinen beiden Spielern eine schnelle Genesung und alles Gute!

Der Vollständigkeit halber hier die Zusammenfassung der letzten halben Stunde: Der eingewechselte Ersatztorwart Martin Ganter machte einen guten, routiniert wirkenden Job. Die Weilheimer brachten die Führung trotz aller Widrigkeiten über die Zeit und freuten sich am Schluss über drei Punkte. So verliert man in der Tabelle nicht den Anschluss nach oben und kann in der kommenden Woche beim nächsten Auswärtsspiel in Dillendorf einen weiteren Schritt nach vorne machen. Unsere Zweite hat die Qualität, mindestens im Mittelfeld der Tabelle mitzuspielen. In den nächsten beiden Wochen kann man gegen Dillendorf und Berau den Grundstein dafür legen. Auf geht’s Jungs!

Ein Bericht von Nils Antoni

Krimi auf dem Nägeleberg: FC RW Weilheim II unterliegt nur knapp gegen FC Tiengen II

Perfektes Fußballwetter herrschte am vergangenen Samstag, als die zweiten Mannschaften aus Weilheim und Tiengen aufeinander trafen. Weilheim-Coach Michael Oberst, der seiner Mannschaft aus dem Urlaub die Daumen drückte, wurde von Marius Kaiser vertreten, der einen zwar etwas uneingespielten, aber doch starken Kader auflaufen ließ. Gabriel Müller, Alexander Rindt und Lucca Flum verstärkten die Mannschaft und Sasha Gampp absolvierte sein erstes Spiel in dieser Saison. Gegen Tiengen hatte man in den vorangegangenen Spielzeiten meist nicht gut ausgesehen – das sollte heute anders sein. 

Die Gäste aus Tiengen hatten Anstoß und die Partie begann recht ausgeglichen mit leichten Vorteilen für Weilheims Zweite. Man verschob kompakt im Mittelfeld, ließ den spielstarken Tiengenern wenig Räume und war bissig in den Zweikämpfen. Und obwohl die gewonnenen Bälle meist durch kleine Stoppfehler wieder zurück in den Besitz des FC Tiengen II fielen, waren es die Rot-Weißen, die zu den ersten Torabschlüssen kamen – die jedoch mangels Zielgenauigkeit und Schusskraft noch nicht fruchteten. 

In der neunten Minute kam es zu einem Eckball für den FC Tiengen II. Schiedsrichter Jürgen Vogelbacher hatte zunächst auf Abstoß entschieden, doch der Weilheimer Simon Herrmann zeigte Fairness und signalisierte, dass er den Ball ins eigene Toraus gespielt hatte. Doch diese moralische Größe wurde vom Fußballgott nicht belohnt, denn just dieser Eckball führte zum ersten Torschuss der Tiengener und sogleich zum 0:1 durch Danilo Leggio. 

Doch die Weilheimer machten weiter. Schließlich war noch genügend Zeit, um das Spiel zu eigenen Gunsten zu drehen. Sie versuchten es mit langen Bällen auf den flinken Gabriel Müller auf dem linken Flügel, der sich auch immer wieder durchsetzen konnte, doch seine Hereingaben fanden entweder keinen Abnehmer oder sie wurden zu nachlässig verwertet. Nils Antoni und Simon Herrmann kamen hin und wieder zu größeren und kleineren Toraktionen, denen aber der letzte Wille fehlte, um den Tiengener Schlussmann zu überwinden. 

In der 40. Minute – über eine halbe Stunde nach ihrem Führungstreffer – kamen die Männer des FC Tiengen II zu ihrem zweiten Torschuss. Danilo Leggio bekam den Ball im Zuge eines Konters in den Lauf gespielt und lupfte diesen über den herausgekommenen Yannik Flum ins Netz. Kurz vor der Halbzeit stand es somit 0:2. 

Die Weilheimer sammelten sich während der Halbzeit. Genügend Chancen hatte man, doch die Auswertung selbiger ließ zu wünschen übrig. Also ging man zurück auf den Platz, um die Partie zu drehen. Und tatsächlich sollte die zweite Halbzeit heiß werden…

Zunächst schien sich das Spiel ähnlich fortzusetzen wie in Halbzeit Nummer eins. Die Weilheimer spielten kompakt, doch die wenigen Chancen, die sie herausspielten, wurden vorne vergeben. Gerade als man von außen das Gefühl bekam, beide Mannschaften begännen sich allmählich schon mit dem Ergebnis zu arrangieren, konnte man einen Lucca Flum im Sechzehner der Tiengener Gäste nach einer hohen Hereingabe von rechts in die Luft steigen sehen. Perfekt traf er den Ball mit dem Kopf und netzte ihn unhaltbar in der rechten Ecke des Tors zum 1:2 Anschlusstreffer ein (63. Minute). Nun packte den FC RW Weilheim II neuer Mut. Die Tiengener Gäste wurden hoch angelaufen und schwer unter Druck gesetzt. Weilheim bekam nun wieder Oberwasser und setzte seine Offensivspieler kreativ in Szene. Oliver Maier erlief sich kurze Zeit nach dem Anschlusstreffer einen tief gespielten Ball und wurde prompt von zwei Verteidigern bedrängt und aus dem Tritt gebracht. Kein schweres Foul – doch eines innerhalb des Strafraumes. Schiedsrichter Vogelbacher zeigte auf den Punkt. Den Ball legte sich Lucca Flum zum Elfmeter bereit. Er nahm Maß und schoss. Doch offensichtlich hatte er es zu genau machen wollen, der Ball traf den Innenpfosten und rollte von dort zurück ins Feld, von wo er geklärt wurde. Die Chance zum Ausgleich war zunächst vergeben. 

Doch die Weilheimer zeigten mentale Stärke, indem sie einfach weiter spielten. Und das sollte sich bewähren: In der 71. Minute spielte Oliver Maier einen wunderbaren Pass genau in den Lauf von Nils Antoni, der nun alleine auf den Tiengener Torhüter zulief, den Ball an ihm vorbeilegte und unbedrängt aus spitzem Winkel einnetzen konnte. 2:2. Der hart erkämpfte Ausgleich wurde von der gesamten Mannschaft bejubelt. 

Spätestens jetzt war beim FC Rot-Weiß Weilheim II der Hunger auf drei Punkte wieder erwacht. Doch auch der FC Tiengen II war noch motiviert und wurde immer wieder gefährlich. Nur wenige Minuten nach dem Ausgleich wurde ein Tiengener Stürmer im Weilheimer Sechzehner gefoult. Wieder kein schlimmes Foul, aber wieder innerhalb. Folgerichtig gab es den nächsten Elfmeter des Spiels, den Timo Stürzl sicher versenkte und somit den FC Tiengen mit 2:3 wieder in Führung brachte (77. Minute). 

Wieder mussten die Weilheimer einem Rückstand hinterher rennen. Das ist anstrengend, doch die intensive Vorbereitung zahlte sich nun aus. Oliver Maier bekam den Ball in der 82. Minute im Tiengener Halbfeld zugespielt. Er machte einige Schritte in Richtung des Gästetors und schloss beherzt ab. In einem wunderbaren Bogen flog der Ball direkt über den hoch stehenden Torhüter und schlug unter der Latte ein. 3:3! „Jetzt darf nichts mehr anbrennen!“ rief man sich zu. Doch anders kam es.

Die Tiengener spielten nach dem Gegentreffer an, kombinierten sich zu zweit durch die gesamten Reihen der überraschten Weilheimer, die einfach keinen Zugriff fanden, und Luka Bartolovic versenkte die Kugel nur Sekunden nach dem Ausgleich zum 3:4 Siegtreffer. 

Zwar warf Weilheims Zweite nochmals alles nach vorne und hatte auch noch die ein oder andere Möglichkeit, doch es sollte einfach nicht sein an diesem Tag. 

Somit blieb es bei einer knappen Niederlage für den FC RW Weilheim II in einem packenden Fußball-Krimi. Das Fazit lautet: Chancenauswertung und Passspiel verbessern. Wenn es in Zukunft gelingt, klarere Chancen herauszuspielen und diese konsequent zu nutzen, kann das große Potential dieser Mannschaft ausgeschöpft werden. Dann ist am kommenden Samstag um 16 Uhr selbst beim starken SV Jestetten 2 etwas zu holen. Der Grundstein dafür wird in den Trainingseinheiten dieser Woche gelegt. 

FC Rot-Weiß Weilheim II startet mit Niederlage in die neue Saison

Es wird wieder Fußball gespielt! Nach langer Pause und einer intensiven Vorbereitung führte Michael Oberst seine zweite Mannschaft am vergangenen Samstag nach Eggingen, wo man wie bereits im letzten Jahr das erste Spiel der Saison absolvieren sollte. Die urlaubsbedingten Ausfälle der Stammkräfte Felix Walde sowie Florian und Simon Herrmann sollten durch Verstärkung aus der Ersten in Person von Lucca Flum und Gabriel Müller kompensiert werden.

Es war einer dieser warmen (nicht zu heißen) Sommerabende, an denen einem die Mücken um den Kopf schwirren und nur darauf warten, beim nächten Atemzug in den Hals der Fußballspieler zu gelangen, um dort einen Hustenanfall auszulösen. Die Weilheimer Gäste begannen selbstsicher und ließen den Ball gut in den eigenen Reihen laufen, ohne zu sehr vom SV Eggingen unter Druck gesetzt zu werden. So schafften sie es immer wieder, sich in die gegnerische Hälfte zu kombinieren, wo jedoch eine aufmerksame Abwehr lauerte und nur wenig zuließ. In der 17. Minute bekam Weilheim II einen Freistoß von der halblinken Seite, den Oliver Maier zunächst in die Mauer setzte. Das aggressive Nachsetzen der gesamten Weilheimer Zweiten ermöglichte jedoch die Eroberung des zweiten Balles, der über Umwege zum für den Freistoß nach vorne gerückten Innenverteidiger Lucca Flum gelangte. Dieser streichelte und stolperte das Leder in unverwechselbarer Manier durch drei Gegenspieler, die ihn nicht davon abhalten konnten, den Ball in der langen Ecke des Tors zum 0:1 unterzubringen. 

In der Folge änderte der SV Eggingen jedoch seine Taktik und griff die Weilheimer früher an. Die so provozierten langen, unpräzisen Bälle eroberten sie schnell und trugen das Spiel mit hohem Druck in die Weilheimer Hälfte. So erlangten die Gastgeber allmählich die Oberhand und es war dem beherzten Eingreifen von Yannik Flum im Tor der Gäste zu verdanken, dass die Null zunächst noch eine ganze Weile stehen blieb. Kurz vor der Halbzeit jedoch – in der 43. Minute – gelang Valentin Winkler der mittlerweile sehr verdiente Ausgleich zum 1:1 Pausenstand. 

Nachdem die Mannschaften wieder zu Kräften gekommen waren, pfiff der Unparteiische Necmettin Özdemir die Partie zur zweiten Halbzeit an. Michael Oberst sorgte mit Nico Isele und Niklas Mainda für neue Impulse in der Offensive. Gefordert war jedoch zunächst die Weilheimer Hintermannschaft, die vom SV Eggingen nach wie vor stark unter Druck gesetzt wurde. Und nur kurz nach Wiederanpfiff (48. Minute) gelang Max Pittelkow der 2:1 Führungstreffer. Doch noch hatte Weilheims Zweite genügend Zeit, um den Zählerstand zu nivellieren und so gab man sich nicht auf. Trotzdem blieb es aber dabei, dass der SV Eggingen mehr Spielanteile für sich beanspruchen konnte und sich die Partie vor allem in der Weilheimer Hälfte abspielte. Nach vorne konnten die Weilheimer kaum noch Nadelstiche setzen, sondern waren fast ausschließlich mit der Verteidigung beschäftigt. In der 57. Minute war es dann nochmals Valentin Winkler vom SV Eggingen, der einen tief gespielten Ball aus gut 25 Metern über den hoch stehenden Yannik Flum in dessen Gehäuse zwirbelte und so für die 3:1 Vorentscheidung sorgte. 

Es spricht jedoch für die Moral der Weilheimer Zweiten, dass sie sich trotzdem nicht aufgab und unentwegt auf die Erzielung eines Anschlusstreffers hinarbeitete. In der Schlussphase des Spiels gelang es dann endlich Gabriel Müller auf dem Flügel in Szene zu setzen, der zweimal eine scharfe Flanke in den Sechzehner brachte, wo Nils Antoni sie knapp und knapper verpasste.

Schlussendlich blieb es beim Ergebnis von 3:1 für den SV Eggingen, das so auch völlig verdient ist. Der FC Rot-Weiß Weilheim II muss sich verdient geschlagen geben und schaut nun nach vorne. Am kommenden Samstag kommt die Reserve des FC Tiengen auf den Nägeleberg. Dort soll dann der erste Dreierpack der neuen Saison klar gemacht werden. Anspiel ist um 16 Uhr.